Dieser Rundgang braucht Protest!

Dieser Rundgang braucht Protest

Als Studierende des Medienhauses der UdK sehen wir uns mit immer größeren Einschränkungen des Studiums konfrontiert. Das Arbeiten, so wie wir es kennen, verändert sich dramatisch.

Die ersatzlose Streichung der Rundgangsplattform als einzigem Ort um die studentischen Arbeiten gesammelt einsehen zu können, ist dabei nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Einschränkungen in den letzten Monaten.


Wir unterbrechen den diesjährigen Rundgang um Gehör zu finden.



Die UdK stand einst für einen Ort, an dem Gesellschaft gestaltet wurde, an dem neue Ideen ausprobiert werden konnten und der Status quo hinterfragt wurde. Das ist hier nicht mehr nur nicht möglich, es wird sogar aktiv dagegen gearbeitet, wenn sich Studierende engagieren wollen. So können wir schlichtweg nicht arbeiten.

Was uns einschränkt:

--> Ganze Klassen fallen den Kürzungen zum Opfer

Die Bewegtbild-Klasse, eine der beliebtesten Entwurfs-Bereiche der Visuelle Kommunikation, wird zu einem Wahlangebot degradiert. Die von den Studierenden klar adressierte Bitte nach Erhalt der Klasse, sowie aufwendig erarbeitete fundierte Gegenentwürfe wurden ignoriert. Getragen wurde die Entscheidung von allen stimmberechtigten Professor:innen (im Institutsrat).


--> Der Mittelbau verschwindet

Statt der bisherigen 10 Künstlerischen und Wissenschaftlichen Mitarbeitenden wird es ab 2029 nur 3 Stellen für die gesamte Visuelle Kommunikation geben.
Künstlerische und Wissenschaftliche Mitarbeitenden bilden das Rückgrat der Lehre, durch ihre Reduzierung droht ein erheblicher Verlust der Qualität des Studiums.


--> Zugang zum Gebäude wird beschränkt

Studierende und Mitarbeitende haben ihren Zugang zum Gebäude außerhalb der öffentlichen Öffnungszeiten verloren. Wer nach den Schließzeiten an Projekten arbeitet, weil diese nicht einfach transportierbar sind, weil neben dem Vollzeitstudium auch Lohn- oder Care-Arbeit geleistet wird, oder wer sich hochschulpolitisch engagieren will, hat keine Chance mehr, Projekte fertig zu stellen. Trotz 25 vorfallsfreier Jahre im Medienhaus, werden Studierende zukünftig darauf angewiesen sein, alternative Räume privat zu finden und zu finanzieren.


--> Studentisches Engagement wird untergraben

Die Universitätsleitung fordert für studentische Veranstaltungen private Haftungserklärungen. Zudem erschwert sie die Finanzierung studentischer Projekte mit der Bedingung einer Schanklizenz, die laut Ordnungsamt gar nicht notwendig ist. Zukünftig drohen bei Verstoß gegen das Ordnungsrecht der Berliner Hochschulen Disziplinarmaßnahmen bis hin zur Exmatrikulation. Es entsteht unter der Studierendenschaft ein Klima der Ungewissheit und Angst.


--> Studentische Räume fehlen

Es existieren im Medienhaus keine Arbeitsräume außerhalb der Klassen und Werkstätten. Die einzigen studentisch erkämpften Räume werden kleiner und werden hinterfragt.


--> Das Studium wird immer teurer

Professor*innen rechnen mit 300,- Euro Materialkosten pro Semester, die neben den Studiengebühren persönlich getragen werden müssen. Zudem berechnet die UdK weiterhin die nicht mehr zeitgemäße Bewerbungsgebühr von mindestens 30€ pro Bewerbung. Die Folge ist, dass die finanzielle Belastung für das Studium an der UdK stetig steigt. Für weniger privilegierte Studieninteressierte bietet die UdK kein Angebot.


--> Die Meinungsfreiheit wird eingeschränkt

Während des Rundgangs müssen Projekte außerhalb der Klassenräume vom Präsidenten und der Kanzlerin der UdK genehmigt werden. Die Anmeldung sei notwendig, um die Vereinbarkeit mit Sicherheitsanforderungen, der Hausordnung und dem Code of Conduct zu prüfen. Diese Begründung steht in Kontrast zur Realität, in der politische Banner abgehängt und konfisziert werden. Bei Missachtung der Regeln, können Studierende vom Rundgang ausgeschlossen werden. Die Universität behält sich vor, vom Hausrecht Gebrauch zu machen.


--> Der Rundgang wird massiv eingeschränkt

Der Rundgang ist die zentrale Veranstaltung für Sichtbarkeit und Vernetzung in der Szene. Jedoch verkürzt die Universität die Öffnungszeiten aller Gebäude. Zudem wurde die Rundgangsplattform (der einzige Ort, an dem die Arbeiten aller Studierenden einzusehen waren) ersatzlos gestrichen. Ebenso entfallen die ergänzenden Printformate und die Tagesspiegel-Beilage, wodurch die Sichtbarkeit der Arbeiten enorm eingeschränkt wird.


--> Die studentische Versorgung des Medienhauses werden Steine in den Weg gelegt

Die Versorgung des Medienhauses mit Essen und Getränken für Studierende, Lehrende und Angestellte wird von der Studierendenschaft organisiert und finanziert. Die Erlöse des Rundgangs schaffen die finanzielle Grundlage des gesamten Studienjahres. Durch das Verkürzen der Öffnungszeiten am Rundgang und das Einfordern von amtlichen Schanklizenzen ist die Finanzierung der Cafeteria im Medienhaus in Gefahr.



Unsere Plakate zur Schließung:

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Pressematerial:

Pressemitteilung Pressekontakt